Duftdrüsen Tumor bei der Rennmaus
Duftdrüsentumore gehören zu häufigen Tumorerkrankungen bei Rennmäusen. Die Duftdrüse befindet sich mittig auf der Bauchseite und dient den Tieren zur Reviermarkierung sowie zur Kommunikation mit Artgenossen. Vor allem ältere, männliche Rennmäuse ab 3 Jahren sind häufig von Veränderungen in diesem Bereich betroffen.
Was ist ein Duftdrüsentumor?
Ein Duftdrüsentumor zeigt sich meist zunächst als kleine Verdickung, Kruste oder kahle Stelle im Bereich der Duftdrüse. Mit fortschreitendem Wachstum kann der Tumor aufbrechen, bluten oder sich entzünden. Oft handelt es sich dabei um ein Duftdrüsen Adenom, ein gutartiger Tumor, der erfolgreich entfernt werden kann.


Duftdrüsentumor oder Entzündung?
Ein Duftdrüsentumor wird fälschlicherweise oft für eine Entzündung der Duftdrüse gehalten. In den meisten Fällen steckt allerdings ein Duftdrüsentumor dahinter. Wenn die Mäuse die Veränderung an der Duftdrüse bemerken, kratzen und beißen sie oft daran. Dadurch sieht es oft mehr nach einer Verletzung/Entzündung aus.
Behandlung eines Duftdrüsentumors
In den meisten Fällen ist eine operative Entfernung des Duftdrüsentumors die sinnvollste Option. Dieser Eingriff sollte von einem heimtierkundigen Tierarzt durchgeführt werden. Wird der Duftdrüsentumor nicht entfernt, wächst er immer weiter, bis die Lebensqualität der Maus so stark eingeschränkt ist, dass sie erlöst werden muss. Rennmäuse zeigen Schmerzen kaum, wenn der Tumor allerdings aufgekratzt/gebissen wrid, muss davon ausgegeangen werden, dass die Rennmaus bereits Schmerzen hat. In dem Fall sollte unbedingt ein Schmerzmittel verabreicht werden. Metacam ist dabei eine gute Wahl, weil dieses gleichzeitig Entzündungshemmend ist. Manchmal ist auch ein Antibiotikum notwendig.



Heilungschancen
Wird der Duftdrüsentumor operativ entfernt, haben die Mäuse gute Chancen wieder vollständig gesund zu werden. In den meisten Fällen erholen die Mäuse sich sehr schnell von diesem Eingriff. Manchmal kommt es leider vor, dass der Tumor einiger Zeit nach der Entfernung wiederkommt. Das ist häufig der Fall, wenn bei der OP nicht genug Gewebe entfernt wurde und noch Tumorzellen zurückgeblieben sind.
Wichtiges zu beachten bei der OP
Partnermaus während der OP
Lebt die Maus mit einer anderen Maus zusammen, sollten diese nicht getrennt werden. Nach der OP sollten die Mäuse sofort wieder zusammengeführt werden. Das heißt, es müssen auch zum Tierarzt immer beide Mäuse mitgenommen werden. In den allermeisten Fällen klappt die Zusammenführung nach der OP problemlos (sollte am besten direkt noch beim Tierarzt gemacht werden, um die Trennung so kurz wie möglich zu halten). Kommt es zu Streit, sollten die Mäuse sofort getrennt werden, da die operierte Maus keinen zusätzlichem Stress ausgesetzt werden sollten.
Gehegegestaltung nach der OP
Nach der OP sollten die Mäuse einige Tage ohne ihrem Sandbad und Einstreu gehalten werden, damit die OP Naht möglichst sauber bleibt. Alternativ kann SafeBed Einstreu, Küchenrolle oder Klopapier verwendet werden. Das Laufrad sollte die ersten 10 Tage nach der OP auch aus dem Gehege genommen werden, um die Naht zu schonen.
Wundversorgung nach der OP
Die Mäuse haben eine sehr gute Wundheilung. Es kann allerdings vorkommen, dass die Mäuse an der Naht beißen/kratzen. Wenn sich die Naht löst und die Wunde aufklafft, muss sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Kleine Öffnungen der Naht, die nicht aufklaffen und nicht stark bluten, sind normal. Die meisten Mäuse lassen die Naht nicht komplett unberührt. Beim Großteil der Mäuse verheilt die Wunde trotzdem sehr schnell. Salben auf der Wunde sind eher weniger sinnvoll, weil die Mäuse dann noch mehr daran lecken und beißen.
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