Rennmäuse Gruppengröße

 

Noch immer werden Rennmäuse in 3er, 4er, oder sogar in noch größeren Gruppen gehalten. Vor allem in Tierhandlungen und auch oft in Tierheimen wird empfohlen, mindestens drei Rennmäuse aufzunehmen.

Gruppenkonstellation in der Natur

In der Natur leben Rennmäuse in größeren Familienverbänden, diese bestehen aus einem Rennmauspaar und ihrem Nachwuchs. Der Nachwuchs verlässt den Bau der Elterntiere, sobald er alt genug ist, um alleine zu überleben und eine eigene Familie gründen zu können. Mit unter kann es auch vorkommen, dass der Nachwuchs länger bei den Elterntieren bleibt und mehrere Generationen zusammenleben. Anders als in der Haustierhaltung, kann der Nachwuchs allerdings jederzeit das Revier der Elterntiere verlassen, wenn es zu Streitereien kommt. Meist leben in der Natur viele Rennmausfamilien nebeneinander, kommt es allerdings zu einer Revierüberschreitung, wird die jeweilige Rennmaus verjagt.

Gruppengröße in der Heimtierhaltung

In der Heimtierhaltung ist es nicht möglich, die Rennmäuse in einem Familienverband zu halten. Spätestens wenn die Jungtiere in die Pubertät kommen und keine Möglichkeit haben aus dem Revier der Elterntiere (dem Gehege) zu verschwinden, kommt es in den meisten Fällen zu Streitereien. Es empfiehlt sich darum, ein gleichgeschlechtliches Pärchen zu halten. Bei der Haltung einer 2er-Gruppe kommt es nur selten zu Streit. Wenn Streit auftritt, hat dieser dann meistens einen anderen Grund wie z.B. ein unpassendes Gehege oder einen Parasitenbefall. Seriöse Züchter geben ihre Rennmäuse nur zu zweit oder einzeln zur Vergesellschaftung ab. Werden Rennmäuse in Großgruppen gehalten, sind sie einem unnötigen Risiko ausgesetzt, das leicht vermieden werden könnte. 

Häufige Argumente zur Gruppenhaltung:

  • "Wenn eine Maus verstirbt, sind die übriggebliebenen nicht alleine und man muss nicht sofort vergesellschaften."
    Die meisten Großgruppen werden nicht zusammen alt - sie müssen frühzeitig getrennt werden. Außerdem kann es bei einem Todesfall zwischen den zurückgebliebenen Mäusen zu Streit kommen, weil sich die Rangordnung ändert. 
  • "Die Mäuse sind Geschwister und schon seit Geburt zusammen."
    Der Verwandtschaftsgrad der Mäuse spielt bei der Haltung keine Rolle, das Streitrisiko ist dasselbe - unabhängig davon, ob die Mäuse verwandt sind oder nicht.
  • "Früher hat das auch immer funktioniert."
    In vergangener Zeit war es üblich, die Rennmäuse in Gruppen zu halten und in vielen Fällen hat das problemlos funktioniert. Das Sozialverhalten der Rennmäuse hat sich über die Jahre allerdings verändert. Viele langjährige Halter berichten, dass die Mäuse streit anfälliger und Vergesellschaftungen schwieriger geworden sind. Zudem tragen die (besseren) Haltungsbedingungen dazu bei, dass das Halten von Großgruppen nicht (mehr) funktioniert. Früher wurden Rennmäuse auf kleinerem Raum gehalten, das führte dazu, dass die Mäuse aus Platzmangel kein Revier hatten, um das sie kämpfen konnten.
  • "Ich halte Rennmäuse in einer Großgruppe und es gab noch nie Streit."
    Es gibt immer wieder Einzelfälle, bei denen die Haltung einer Großgruppe funktioniert. Großgruppen werden allerdings nicht umsonst "tickende Zeitbomben" genannt, auch nach 1-2 Jahren friedlichen Zusammenlebens kann es zu Streitereien kommen. 

Großgruppe aufgenommen - und jetzt?

Auch wenn, wie oben beschrieben wurde, das Halten einer Großgruppe nicht ideal ist, sollte die Gruppe nicht einfach getrennt werden, wenn es sich um erwachsene Mäuse handelt. Eine Trennung kann einen Streit innerhalb der Gruppe (oder den Gruppen) auslösen, weil sich die Rangordnung ändert, wenn eine Maus aus der Gruppe genommen wird.
Als Rennmaus-Neuling ist es sinnvoll, keine Großgruppe zu übernehmen und diese lieber erfahrenen HalterInnen zu überlassen. Da zu diesem Thema aber immer noch viele falsche Informationen verbreitet werden passiert es oft, dass eine Großgruppe aufgenommen wird, ohne, dass die Besitzer sich der "Großgruppen-Problematik" bewusst sind. Im Zweifelsfall ist es sinnvoll, sich Ratschläge bei erfahrenen Haltern einzuholen.

Bei einer Großgruppe sollte immer besonders darauf geachtet werden, dass Streitrisiko so gut wie möglich zu minimieren und die Mäuse gut zu beobachten. Außerdem ist es besonders wichtig, mindestens ein Notfallgehege zu besitzen, um die Mäuse im Notfall schnell trennen zu können. Tritt Streit in der Gruppe auf, ist es wichtig die gejagte Maus aus der Gruppe zu nehmen, da es sich dabei um die verstoßene Maus handelt. Oft tendieren Halter dazu, die jagende Maus aus der Gruppe zu nehmen, häufig übernimmt dann allerdings eine andere Maus die Rolle der jagenden Maus, um die verstoßene Maus loszuwerden.

Fazit

Zusammenfassend kann gesagt werden, wenn das Halten einer Großgruppe (langfristig) klappt, ist entweder viel Glück im Spiel oder die Mäuse werden auf kleinem Raum eng zusammengehalten. Trifft ersteres zu ist es trotzdem wichtig, sich den Risiken bewusst zu sein und anderen Besitzern nicht die Haltung von Großgruppen zu empfehlen.

Wie man im Streitfall richtig reagiert, findet ihr hier: Streit zwischen den Rennmäusen

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